Rabsi.de - Rabea in Amerika

30. November 2007

Gott liebt mich!

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 04:10

Anders kann ich mir meine derzeitige Lage einfach nicht erklaeren.

Nichmittags liege ich mit Paul Auster und Jan Delay in einer Haengematte auf einer Insel in einem See irgendwo im internetlosen Nirgendwo Nicaraguas.

Abends sitze ich am Strand, trinke “Nica”-Libre und betrachte ich den Mond der sich gerade ueber den See erhebt und sich in der Gesellschaft unglaublich vieler Sterne befindet. (Nicaragua muss definitiv einen Abkommen mit dem Universum geschlossen haben.)
Am naechsten Morgen bin ich bereits auf dem Weg nach Costa Rica, sitze ich in einem Kahn auf dem eben erwaehnten See und geniesse das beste Fruehstuck der Welt: Selbstgemacht Peanutbutter-Marmeladen-Sandwiches.

Solch ein Essen wuerde ich zuhause zwar garnicht erst anruehren,

die Beziehung mit Paul musste nach einer Woche beendet werden und er leider auf der Insel zurueck bleiben

und am vergangenen Morgen habe ich mich von Durchfall geplagt einen Berg zu einem kleinen Rinnsal, das sich Wasserfall schimpfte hoch gequaelt.

Aber wen interessieren schon solche Kleinigkeiten … Gott liebt mich!

Rueckblick in die Vergangenheit

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 04:10

Ich erinnere mich noch gut einen Urlaub in Griechenland, den ich mit meiner Familie Meer verbracht habe.

In dieses Meer habe ich mich mit meinen fuenf Jahren waerend des gesamten Urlaubs kein einziges Mal rein gewagt.

Ich hatte zwar fuer alle Faelle Kescher und Taucherbrille gekauft, diese Utensielen wurden allerdings nur von anderen Kinder genutzt. Ich konnte mich einfach nicht in einem Wasser bewegen, in dem sich Krebse, Quallen oder womoeglich noch Schlimmers tummelte.

Nun fuer alle Leute, die sich noch lebhaft an diesen Urlauf erinnern koennen:

Ich habe im Lago de Nicaragua gebadet. In einem See, in dem sich laut unserem Tourleader Haie befinden, die bis zu einem Meter gross werden koennen.
Wuerde ich “schwimmen” sagen, waere das eine Uebertreibung. Aber unter den gegebenen Umstaenden waere schwimmen auch zu viel des guten Gewesen.

Des Weiteren moechte ich die gleichen Leute daran erinnern, wie in regelmaessigen Abstaenden mein Zimmer von moeglichen Spinnenweben befreit werden musste und regelmaessige Schreckensschreie durchs Haus halten, wenn eine kleine Spinne mit winzig duennen Beinchen gesichtet wurde.

Ich hab mit Vogelspinnen das Hotel geteilt. Diese Vogelspinnen befanden sich zwar nicht im gleichen Zimmer, aber sie wurden auch nicht durch irgendwelche Glaswaende an der Fortbewegung gehindert.

24. November 2007

Adventure-Tour

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 18:41

Die ersten zwei Laender habe ich hinter mir gelassen. Guatemala und Honduras waren noch in der letzten Woche aktuell, heute befinde ich mich in Nicaragua.

Dieses Land hat uns allerdings nicht sehr freundliche begruesst.

Unsere Gruppe hatte entschieden, einen Tag laenger in Utila zu bleiben und sich den Stopp in Comeagua zu sparen. Laut unserem Tourleader sollte das Hotel dort nicht sonderlich schoen sein und es gaebe die Moeglichkeit einen Privattransfer direkt bis nach Léon in Nicaragua zu buchen.

Wir fanden diesen Vorschlag alle sinnvoll und stimmten dafuer. Was allerdings keiner von uns bedacht hatte ist, dass wir dadurch erst um 2 Uhr Nachts in Leon eintreffen wuerden.

In jedem Reisefuehrer steht: “Reise nicht in der Dunkelheit!”

Nur nochmal zur Erinnerung: Die Sonne geht hier um halb 6 auf und verschwindet dann aber auch schon wieder um 6 Uhr Abends.

Als wir um 11 Uhr an die Grenze Honduras-Nicaragua kamen war es demnach schon tiefe Nacht.

18 Stunden waren wir unterwegs und nur noch 2 Stunden von unserem Ziel entfernt.

Diese zwei Stunden sollten allerdings ueber eine Strasse fuehren, die durch den Regen der letzten Monate sehr mitgenommen war und teilweise nur mit 10-20 km/h befahren werden konnte.

Diese Tatsache haben sich einige Einheinmische zu Nutze gemacht und sich mit Maschinengewaehren auf die Lauer gelegt.

Ihr Ziel: Kleine schoene Privatbusse mit lauter reichen Touristen.

Wir waren also die perfekte Beute.

Vielleicht war es unser Glueck, dass wir zu so spaeter Stunde an die Grenze kamen, denn die Zoellner dort wussten bereits um die Umstaende und warnten uns.

Eine einfache Weiterfahrt war unmoeglich. Uns blieben drei Moeglichkeiten:

1.) Einen Wachmann engagieren, der mit uns mitfaehrt und dann alleine einer Gruppe von Banditen gegenueberstehen sollte.

2.) Warten bis die Wachposten wechseln und hinter denen herfahren.

3.) Ein Hotel in der Gegend suchen und am naechsten Tag bei Licht weiterfahren.

Wir entschieden uns fuer die dritte Variante und so kam ich in den Genuss in dem haesslichsten Zimmer aller Zeiten so schlafen. Dusche und Toilette trennte nur ein Vorhang vom restlichen Zimmer und das Wasser lief nur wenn es Lust dazu hatte.

Um Geld zu sparen haben wir uns zu zweit in ein Bett und zu viert in ein Zimmer gequetscht.

Erschwerend kam hinzu, dass wir mindestens 30 Stunden nicht geduscht hatten, weil in Utila ebenfalls das Wasser ausgefallen war.

Nach 5 Stunden mehr oder weniger festen Schlafens und einer kurzen Waesche mit Hilfe unserer Wasserflaschen haben wir uns auf die letzte Etappe gemacht.

In Leon angekommen erwartete uns ein wunderschoenes kleines Hotel und ein wenig Wehmut, bei dem Gedanken fuer dieses tolle Hotel bezahlt und in dieser billigen Absteige “geschlafen” zu haben.

Ob die Leute an der Grenze wohl Verwandte von der Hotelbesitzerin waren?

Ich haette es nicht auf einen Versuch ankommen lassen wollen.

Die Einwohner von Utila

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 17:43

Die letzten Tage habe ich auf den Bay Islands verbracht, genauer gesagt auf Utila. Eine kleine verschlafenen Insel mit unheimlich vielen Einwohnern.

Ich habe etliche Krebse, springende Fische, Delfine, Gekkos in meinem Badezimmer und die verschiedensten Arten von Spinnen, darunter auch zwei kleine Vogelspinnen kennen gelernt.

Achja, und diese kleinen haesslichen Sandfliegen nicht zu vergessen, die einem die Beine mit kleinen roten Punkten uebersaehen.

 

 

 

20. November 2007

Die falsche Schule

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 00:01

Ich habe definitiv die falsche Schule gewaehlt.

Wie dumm vom mir, zu glauben, bei einer Reise durch Zentralamerika wuerde mir Spanisch weiterhelfen.

Ich haette lieber mal mein Englisch aufpollieren sollen.

In der Gruppe, mit der ich den naechsten Monat reisen muss, gibt es naemlich nur Nativspeaker (englisch natuerlich). Wenn die loslegen, verstehe ich garnichts mehr.

Ich hoffe sehr, dass sich das in den naechsten Tagen noch legen wird.

18. November 2007

Das Haensel-und-Gretel-Prinzip

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 20:20

Den ersten Teil meiner Reise habe ich hinter mir. Heute werde ich mich mit den anderen Gruppenmitgliedern treffen und morgen geht es auf nach Honduras.

In den letzten vier Wochen habe ich mich in Antigua gut eingelebt und moechte eigentlich noch gar nicht weg hier.

Erst Recht nicht mit einer Reisetruppe, die jeden Tag Ort und Unterkunft wechselt.

Wieso ist mir eigentlich beim Buchen nicht aufgefallen, was ich mir da fuer einen Stress antue?

Wie schoen waere es jetzt, mit ein paar Leuten aus der Sprachschule ganz gemuetlich durch die Gegend zu reisen, … heute hier morgen dort oder vielleicht doch noch hier, das waers doch.

“Nun ja, gebucht ist gebucht und wird auch durchgefuehrt.”, sagte ich mir und machte mich ans Koffer … aeh … Rucksack packen.

Da waren auf einmal unheimlich viele Sachen, die unbedingt mit wollten. In Deutschland ist mir das viel weniger vorgekommen.

Waehrend meiner Zeit hier hatte ich das Gefuehl nur ein Minimum an Anziehsachen mitzuhaben. Meine vier T-Shirts sind mir schon so furchtbar auf die Nerven gegangen und ich hatte das Gefuehl jeden Tag wieder die gleichen Sachen anziehen zu muessen.

Beim Akt des Einpackens scheinen sich meine Anziehsachen auf wundersame Weise vermehrt zu haben. Ich trage jetzt also doppelt soviel Sachen durch die Gegend als sich gestern noch in meinem Regal befunden haben.

Ich werde mit diesem Problem nach dem Haensel-und Gretel-Prinzip verfahren und meinen Weg mit Anziehsachen saeumen. Heute mussten schon 2 Langarm-Shirts, ein kleines Handtuch, meine kleine Handtasche, ein Paar Socken (dies wird meiner Mutter in der Seele wehtun) und diverse Kosmetikaritkel dran glauben.

Sollte ich demnaechst also verloren gehen, ist mein Weg ganz einfach nachzuverfolgen. Ihr muesst einfach nur nach einem einsamen Schuh oder einer liegengelassenen Jeans Ausschau halten.

15. November 2007

Die Erde bebt

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 01:44

In Chile hat die Erde gebebt.

Hier auch!

Natuerlich war das leichte Zittern hier nicht mit den Ausmassen in Suedamerika zu vergleichen, aber fuer jemanden, der aus dem “standfesten” Europa kommt war es trotzdem ein Erlebnis.

Ich war gerade in der Sprachschule als ploetzlich alle Gespraeche um mich herum verstummten und jeder sich auf die leicht vibirierende Erde konzentrierte.

Meine Lehrerin war ein bisschen verwundert, als sie mein begeistertes Gesicht gesehen und meinen Ausspruch: “Me gusta!” vernommen hat.

Das laesst sich aber ganz einfach erklaeren:

Ich konnte mir einfach nur schwer vorstellen, dass es wirklich der gesamte Untergrund war, der sich da bewegte. Mir kam das ganze eher vor wie eine Fahrt in einem Karussel.

 

11. November 2007

Nach Santa Maria mit dem Chickenbus

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 23:59

Noch ein Wochenende in Antigua ohne irgendetwas zu unternehmen?

Ne, das wollte ich nicht. Also habe ich gestern mit Stefan und Luciana ein Kultur- und Kaffeemuseum in der Umgebung besucht und mich heute mit den selben Reisebegleitern auf nach Santa Maria gemacht.

Santa Maria ist ein kleines Dorf, das mit zuviel grauem Pflaster und  Hauswaenden und einer gehoerigen Portion Muell eher als haesslich zu bezeichnen ist.

Die Reise dahin hat sich aber trotzdem gelohnt. Wir sind naemlich mit dem Chickenbus dorthin gefahren. Das Fortbewebungsmittel, dass die Einheimischen benutzen.

Hierbei handelt es sich um einen alten amerikanischen Schulbuss, der jetzt aber nicht mir in einem einfachen Orange, sondern in den schillernsten Farben daher kommt.

Einen klar geregelten Fahrplan gibt es nicht. Der Buss faehrt halt los, wenn er voll ist. Und wenn ich “voll” sage, dann meine ich auch “voll”.

Die Baenke, die sich frueher je zwei Schulkinder geteilt haben, muessen jetzt nicht selten fuer drei Erwachsene und ein Kind herhalten. Das heisst also einen Gang zwischen den Bankreihen gibt es eigentlich nicht mehr.

Des Weiteren tummeln sich vor der Abfahrt noch diverse Verkaeufer mit Zeitungen, Eis, Raeucherstaebchen und Wundercremes mit Kokosduft in dem Bus und versuchen diese Waren an den Mann zu bringen.

Asiatische Geraeusche

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 23:21

Ich haette nie gedacht, dass mich bestimmte Geraeusche so sehr stoeren koennen. Aber die Geraeusche, die meine koreanische Mitbewohnerin (in einer Familie wohnen in der Regel mehr als ein Sprachstudent), dieses hng ganz hinten im Rachen, die nerven. Zu egal welchem Anlass gibt es ein passendes Geraeusch in entsprechender Tonlage.

Letzte Woche habe ich Patti davon erzaehlt. Ihre Antwort: “I’m so glad, that you are saying that. I think exactly the same!”

Ich bin also nicht allein mit dieser intoleranten Meinung.

Meine Abneigung gegen diese speziellen Laute kann aber unter Unstaenden auch daher ruehren, dass dieses kleine Persoenchen Unmassen von Essen in sich hineinstopfen kann, meine halbe Portion mitisst und den Begriff “Nasszelle” fuer das Badezimmer woertlich versteht.

Wahlen ohne Alkohol

Abgelegt unter: Weltbewegend — Rabea @ 23:21

Letzten Sonntag gab es hier in Guatemala Wahlen.

Gewonnen hat leider (laut meiner Lehrerin) nicht der mit der “mano duro”, sondern der etwas weniger konsequente Kandidat.

Auf Grund der Wahl war wirkte Antigua an dem letzten Wochenende (02.-04.11) wie ausgestorben. Der Grund: Am Wahlwochenende durften alle Kneipen keinen Alkohol ausschenken.

Mich hat das natuerlich nicht sonderlich interessiert, weil ich ja wie bereits geschrieben mit Bauchschmerzen und Fieber im Bett gelegene habe. Aber spannend finde ich diese Massnahme trotzdem.

In der Vergangenheit ist es oefter zu Ausschreitungen gekommen, aus diesem Grund ist das 0-Alkohol-Gesetz ins Leben gerufen worden.

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